Zensur in Deutschland und Netcologne

So langsam wird es ernst mit der Zensur hier in Deutschland :( . Vor einigen Tagen wurde der Besitzer der Wikileaks-Domain in Deutschland von netten Polizisten besucht, die deutsche Wikileaks-URL ist mittlerweile gesperrt. Und warum ? Weil auf Wikileaks die Liste der zensierten Webseiten von einigen Staaten aufgeführt werden. Diese sehen das als Verbreitung von Kinderpornographie an. Aber warum so viel Aufwand in die Zensur gesteckt wird, anstatt die Server wirklich vom Netz zu nehmen, erschließt sich mir nicht. Es hat sich nämlich herausgestellt, das die meisten dieser Server in westlichen Staaten liegen, in denen es durchaus jetzt schon Handhabe gegen diese Server gibt. Stattdessen nutzt man diese Server, um Zensur zu Begründen. In meinen Augen ist das total Wahnsinnig.

Am Freitag wird die Frau von der Leyen mit einigen Providern einen Vertrag zur Zensur von Webseiten unterschreiben. Natürlich wird es dort auch eine Mahnwache geben. Das wird die leider nicht davon abhalten, zu zensieren.

Rechtlich gesehen ist das ganze natürlich mehr als Heikel. Wäre ich bei einem der Zensur-Provider, würde ich meine Rechtsmittel prüfen :) . Eine Liste der Provider gibt es hier. Dort war für NetCologne noch keine Angabe, aber da habe ich Versucht, mehr raus zu bekommen.

Mittlerweile habe ich die Antwort vom Support von Netcologne:

vorerst Sperren wir keine Seiten.

Das reicht mir natürlich nicht, zeitgleich habe ich auch die Presseabteilung angeschrieben. Mal sehen, was mir dort geantwortet wird.

Update: Liste aller Argumente gegen die Zensur

Update 2 : Guter Artikel der c’t zu dem Thema

Update 3 : Der Wikileaks-Domainbesitzer wurde anscheinend schon im Dezember über eine Kündigung der Domain informiert. Also keine Zensur, sondern einfach nur unprofessionelles Verhalten.

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4 Antworten auf Zensur in Deutschland und Netcologne

  1. Pingback: Internet-Zensur in Deutschland | TimmBlog

  2. Anse sagt:

    Zensur im Netz ist so notwendig wie es Gesetzgebung und die Exekutive im echten Leben sind. Gesetze sind auf das echte Leben zugeschnitten, im virtuellen Raum taugen sie nicht viel da es massenhaft technische Schlupflöcher gibt. Daher müssen andere Methoden her, damit das Internet kein anarchisch-rechtsfreier Raum wird in dem jeder illegales Zeug tun und lassen kann wie er lustig ist! Das die Mittel dazu bisher technisch unzulänglich sind ist eher ein Zeichen der Verzweiflung, sollte aber nicht als Vorwurf formuliert werden. Ich bin gegen jede Art von Kinderpornographie und freue mich über jede Gegen- oder Kontrollaktion, auch wenn sie noch so ineffektiv ist. Ich befürworte Zensur und wünsche mir daß das jeder Provider machen würde!

  3. Bodo sagt:

    Ansgar, das Internet ist auch jetzt schon kein rechtsfreier Raum. Man kann gegen Kinderpornographie-Server auch jetzt schon vorgehen. Ganz ohne diese unnötige Zensur. 99% der Server, die auf den Zensurlisten von Australien, Schweden und Co sind, sind in Ländern, in denen man Rechtsmittel dagegen hat.

    Es gab Menschen, die sich diese Liste mal angeschaut haben und aktiv geworden sind. Weißt du was die gemacht haben? Selber die Hoster angeschrieben, die die Server hosten. Innerhalb von wenigen Tagen waren alle(!!) angeschriebenen Hoster dazu in der Lage, die betreffenden Seiten zu löschen.

    Wieso hat das denn die Polizei nicht von sich aus gemacht?

    Ein Mantel des Schweigens, wie die Zensur eine ist, hilft nicht im geringsten.

    Die Kinderschänder sollten vors Gericht und nicht einfach ignoriert werden.

    Um es nochmal deutlich zu sagen:
    ZENSUR = IGNORANZ!!

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