Googles Navigations-Lösung

Google hat heute eine Navigations-Lösung für Android 2.0 vorgestellt. Und diese Navi-Software ist komplett kostenlos. Keine große Sache? Nicht, wenn man hinter die Kulissen schaut.

Woher kommen Kartendaten?

Es gibt eigentlich nur 2 Firmen für Kartendaten. Eine gehört Tom Tom und die andere ist in der Hand von Nokia. Daneben gibt es noch ein paar weitere kleinere Firmen, aber die spielen eigentlich keine Rolle. Google hat diese Daten für teuer Geld lizenziert um die dann bei sich im Google Maps anzeigen zu können. Bei der Lizenzierung wurde aber die routenbasierte Navigation strikt ausgeschlossen. Tom Tom und Co. verkaufen dieses “Feature” nur gegen einen massiven Aufpreis, wenn die das überhaupt machen. Man will sich ja nicht selber das eigene Geschäft kaputt machen. Das ist der Grund, warum Google dies bis jetzt nicht anbieten konnte in Google Maps.

Aber wie kann Google das nun doch anbieten?

Ganz einfach: Für Google Streetview musste man ja eh alle Straßen der USA abfahren. Da hat man dann stumpf gleichzeitig eigene Kartendaten erzeugt. Und wenn man nun auf Google Maps mal die (c)-Angabe des US-Kartenmaterials anschaut, findet man nur noch ein (c) von Google. Google besitzt nun also eigene Kartendaten für die USA und wahrscheinlich große Teile von Europa und Japan.

Kein Wunder, das die Aktien für alle Navi-Firmen in den Keller gegangen sind heute. Wenn die sich nicht schleunigst was neues ausdenken, werden die massive Probleme haben. Google wird ansonsten deren Geschäftsmodellen mittelfristig schaden zufügen.

Und nu?

Ich frage mich jetzt allerdings, ob und wann Google die Navi-Lösung auch für das iPhone anbieten wird. Da gibt es Hinter den Kulissen bestimmt noch ein paar Grabenkämpfe mit Apple. Apple hat nämlich selber vor ein paar Wochen eine kleinere Firma mit Kartenmaterial der USA gekauft und könnte damit theoretisch auch eine eigene Navi-Software erstellen. Und Apple hat eine Google-Maps iPhone-App von Google abgelehnt, genauso wie die Google Voice iPhone App. Da wachsen zwei neue Erzfeinde heran.

Was macht Microsoft in der zwischenzeit ? Smile and wave…just smile and wave. Und schön in die Versenkung der IT-Geschichte verschwinden.

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2 Antworten auf Googles Navigations-Lösung

  1. Baer sagt:

    Das Google Dank Streetview nun eigene Kartendaten hat, das habe ich bisher tatsächlich übersehen, dadurch haben sie, wie von dir angesprochen, eine völlig andere Ausgangsposition. Durch das Update vor ein paar Tagen jetzt auch mit vielen POIs direkt in der Karte, da kann sich TomTom tatsächlich warm anziehen.

    Jetzt verstehe ich auch, wieso Nokia nicht komplett auf den Android Zug aufgesprungen ist, sondern auch – gleich zwei – eigene OpenSource-Mobil-Betriebssysteme (Maemo und Symbian) entwickelt, da will man sich vllt. nicht dem Konkurrenten ausliefern.

    Dass du jedoch Microsoft schon komplett abschreibst, dass konnte ich so nicht stehenlassen. Wenn sie einige interne Organisationsprobleme beheben, sind Sie immernoch der IT-Konzern schlechthin. Mit Windows 7 und Office 2010 sind sie momentan wieder vorne mit dabei, und die Live-Dienste, wenn sie denn mal konsolidiert sind, vielleicht in Wave 5, ist man mindestens auf Augenhöhe. Aus der Sicht also schon “smile and wave…”. ;)

  2. Bodo sagt:

    Sie haben nun:

    • Eigene Kartendaten
    • Einen “Hier stimmt was nicht”-Knopf bei eigenen Kartendaten (ähnlich zu Tom Toms Funktion)
    • Eigene Stau-Vorhersage ( => IntelliRoute von Tom Tom )
    • Viele viele Pois. Mehr und aktueller als die der Konkurenz
    • Voice-Search
    • Street View mit Routen-Informationen. Dieses Feature ist ein Alleinstellungsmerkmal. Noch dazu ein ziemlich krasses und praktisches.

    und und und. Diese App ist besser als die meisten teuren Lösungen. Einziger Nachteil: man braucht eine Internet-Verbindung.

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