Sicherheit bei der IHK ?!

Geschrieben von Bodo am 20. November 2009

Ich komme gerade aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Die IHK, oder genauer, deren Dienstleister, hat ein interessante Vorstellung von Datenschutz und Sicherheit.

Vorhin habe ich einen Newsletter der IHK erhalten. Aber die IHK will natürlich garantieren, das dieser Newsletter auch für jeden klar Sichtbar von der IHK geschickt wurde. Normalerweise macht man jetzt irgendwas mit Email-Signaturen und so. Aber das ist anscheinend zu kompliziert für die IHK-Zielgruppe. Man hat sich was ganz kreatives einfallen lassen. Kommt Ihr nie drauf.

In jeder verschickten EMail steht im Kopf folgendes:

************T R A I N E X – M A I L**************************************
* SICHERHEITSKONTROLLE: Der Absender dieser E-Mail (*****@ihk-nordwestfalen.de)
* kann als authentifziert gelten, wenn folgende Aussage richtig ist:
* Ihr Passwort ist 8 Zeichen lang
* und das zweite Zeichen Ihres Passwortes ist das Zeichen: z

Coole Idee, oder? Das ganze hat gleich mehrere Probleme:

  • Der Absender der Mail war “****@webb24.de”, also jemand ganz anderes. Das würde mich schon echt misstrauisch machen.
  • Was noch viel schlimmer ist: Die haben mein Passwort im Klartext gespeichert bei sich
  • Jetzt ist jedem, der meine Mail mitlesen kann, klar, wie lang das Passwort ist und welches das 2. Zeichen ist. Viel einfacher kann man es niemandem machen, ein Passwort zu knacken.
  • Wieso macht das klar, wer die Mail verschickt hat? Ich könnte auch alles mögliche andere dahin schreiben.

Das ganze hat mich so dermaßen gewurmt, das ich da direkt mal hingeschrieben habe. Die Antworten von dem Dienstleiter waren echt erschütternd. Darum lieber Dienstleister, hier nochmal: heutzutage macht man das ganze anders.

  • Verschlüsselte Passwörter in der Datenbank. Und zwar mit Salt. Dann kan man nie aus dem Datenbank-Eintrag das Passwort zurückrechnen.
  • EMail unterschreibt man mit Signaturen, die die Echtheit wirklich gewährleisten.
  • Niemals Teile des Passwortes durch die Gegend schicken, oder sogar die Länge des Passwortes.

Mit Mac per SSH auf Debian ZSH : Backspace reparieren

Geschrieben von Bodo am 10. November 2009

Ich hatte letztes Wochenende das Problem, dass ich von meinem Mac aus per SSH auf ein Debian System mit ZSH zugreifen wollte, und da leider die Backspace-Taste nicht funktioniert hat.

Leider bin ich nicht perfekt und brauche die Backspace-Taste andauernd. Zum Glück gibt es aber eine Lösung. Und die sieht so aus:

1
2
echo "bindkey '^?' backward-delete-char" >> ~/.zshrc
echo "bindkey '^[[3~' delete-char" >> ~/.zshrc

Das erzeugt korrekte Keybindings für ZSH.

9. November – 20 Jahre Wiedervereinigung

Geschrieben von Bodo am 9. November 2009

Heute vor 20 Jahren war es so weit:

Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen […] in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne dass dafür noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. […] Die ständige Ausreise kann über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD bzw. zu Berlin-West erfolgen.
— Günter Schabowski, 9. November 1989

Ich weiß noch, wie wir damals jeden Tag die Nachrichten verfolgt haben. Die Bilder der Demonstrationen in der Tagesschau sind unvergesslich. Jeden Tag strömten mehr und mehr Menschen zu den Demos. “Wir sind das Volk” wurde der wichtigste Satz des Jahrhunderts. Und plötzlich waren die Grenzen offen. Niemand hat damit so schnell gerechnet. Niemand hat einen darauf vorbereitet. Wie ein riesiger Schalter, der in einem kompletten Land das Licht ausgeschaltet hat. Nur wenige Monate später war Deutschland ein vereintes Land.

Jedes mal, wenn ich die Nachrichten von damals sehe, bekomme ich wieder dieses schöne Gefühl im Bauch. Ich war dabei, im Wendeherbst.

Im Frühjahr 1990 sind wir dann auch einen Tag nach Magdeburg gefahren. Wir wollten uns selber ein eigenes Bild machen, von der DDR. Von diesem Ausflug sind mir sehr viele Eindrücke in den Kopf gebrannt. Die leeren Grenzanlagen, die Landschaft, wie sie sich plötzlich verändert hat. Vor der Grenze viele kleine Felder, hinter der Grenze dann riesige Weizenfelder. LPGs! Vorher kannte ich LPGs nur aus den Super-8-Filmen aus dem Erdkunde-Unterricht. Und die vielen vielen Trabbies. In Magdeburg selber erinnere ich mich hauptsächlich an den Geruch der Stadt. Es roch nach 2-Takter-Motor. Überall. Und es war grau. Kaum Farben an den Häusern, viele Häuser in einem schlechten Zustand. Auf einem Marktplatz waren fliegende Händler, die westdeutsche Produkte verkauften. Videorekorder, exotische Früchte…alles, was man vor der Grenzöffnung nur kaum bekommen konnte. Natürlich total überteuert.

Und dann gibt es in meinem Kopf auch noch die Bilder vom Silvester 1989, feiernde Menschen AUF dem Brandenburger Tor. Und David Hasselhoff an der Mauer.

Googles Navigations-Lösung

Geschrieben von Bodo am 28. Oktober 2009

Google hat heute eine Navigations-Lösung für Android 2.0 vorgestellt. Und diese Navi-Software ist komplett kostenlos. Keine große Sache? Nicht, wenn man hinter die Kulissen schaut.

Woher kommen Kartendaten?

Es gibt eigentlich nur 2 Firmen für Kartendaten. Eine gehört Tom Tom und die andere ist in der Hand von Nokia. Daneben gibt es noch ein paar weitere kleinere Firmen, aber die spielen eigentlich keine Rolle. Google hat diese Daten für teuer Geld lizenziert um die dann bei sich im Google Maps anzeigen zu können. Bei der Lizenzierung wurde aber die routenbasierte Navigation strikt ausgeschlossen. Tom Tom und Co. verkaufen dieses “Feature” nur gegen einen massiven Aufpreis, wenn die das überhaupt machen. Man will sich ja nicht selber das eigene Geschäft kaputt machen. Das ist der Grund, warum Google dies bis jetzt nicht anbieten konnte in Google Maps.

Aber wie kann Google das nun doch anbieten?

Ganz einfach: Für Google Streetview musste man ja eh alle Straßen der USA abfahren. Da hat man dann stumpf gleichzeitig eigene Kartendaten erzeugt. Und wenn man nun auf Google Maps mal die (c)-Angabe des US-Kartenmaterials anschaut, findet man nur noch ein (c) von Google. Google besitzt nun also eigene Kartendaten für die USA und wahrscheinlich große Teile von Europa und Japan.

Kein Wunder, das die Aktien für alle Navi-Firmen in den Keller gegangen sind heute. Wenn die sich nicht schleunigst was neues ausdenken, werden die massive Probleme haben. Google wird ansonsten deren Geschäftsmodellen mittelfristig schaden zufügen.

Und nu?

Ich frage mich jetzt allerdings, ob und wann Google die Navi-Lösung auch für das iPhone anbieten wird. Da gibt es Hinter den Kulissen bestimmt noch ein paar Grabenkämpfe mit Apple. Apple hat nämlich selber vor ein paar Wochen eine kleinere Firma mit Kartenmaterial der USA gekauft und könnte damit theoretisch auch eine eigene Navi-Software erstellen. Und Apple hat eine Google-Maps iPhone-App von Google abgelehnt, genauso wie die Google Voice iPhone App. Da wachsen zwei neue Erzfeinde heran.

Was macht Microsoft in der zwischenzeit ? Smile and wave…just smile and wave. Und schön in die Versenkung der IT-Geschichte verschwinden.

Top-5 iPhone Apps

Geschrieben von Bodo am 24. Oktober 2009

Von ein paar Tagen hat der Jan mir ein Blog-Stöckchen weitergegeben. Und jetzt gibt es hier mal eine kurze Liste meiner Lieblings-iPhone-Apps.

Im Grunde kann ich gar nicht mehr ohne mein iPhone. Wenn ich auf eine Karte schauen muss, etwas bestimmtes nicht weiß oder mir langweilig ist in der U-Bahn: sofort wird das iPhone gezückt und draufgeschaut. Extrem praktisch, immer Internet dabei zu haben.

Allerdings ist das bei mir keine Top-5 geworden, sondern eine Top-8 :D .

Einkaufsliste – Macht, was der Name schon suggeriert : eine hübsche Einkaufsliste. Man kann mehrere Listen verwalten und die Eingabe ist sehr gut gelöst. So hab ich nie wieder etwas vergessen, was ich noch einkaufen musste :) .

Tankbuch – Ich fahre zwar nur noch kaum mit meinem Auto, aber den Verbrauch will ich schon noch immer wissen :) .

Shazam – Welches Lied läuft da gerade? Kein Problem. Shazam gestartet und schon weiß man es. Allerdings geht das nur, wenn nicht zu viele Nebengeräusche vorhanden sind.

Facebook – Immer auf dem Laufenden beim Facebook-Stream. Für Twitter nutze ich meine eigenen Home-Brew-Webseiten-Lösung :D .

Qype Radar – Wo gehen wir essen? Was kann man hier in der Gegend noch so machen? Sehr gut um schnell einen Überblick zu bekommen.

Dropbox – Wenn ich ein paar PDFs lesen will in der U-Bahn geht nix über Dropbox. Einfach auf dem eigenen Rechner in den Dropbox-Ordner schieben und schwups kann man darauf auch auf dem iPhone zugreifen.

Canabalt – Danach bin ich süchtig. Es gibt auch eine Flash-Version dieses Spiels.

Safari – Dazu muss man wohl nix sagen :) .

Jetzt bin ich gespannt, ob der Hendrik schon eine Liste an Apps für sein Android hat :) .


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