We Feed the World

03 Jun 2008

Ich habe gestern eine ziemlich gute Doku über die Nahrungsmittel-Industrie gesehen. Die Doku ist zwar von 2005, aber trotzdem ist sie immer noch sehr aktuell. Glücklicherweise ist die Doku recht neutral gehalten und nicht so reißerisch wie die Dokus von Michael Moore.

Alles in allem zeichnet die Doku ein ziemlich erschreckendes Bild der Industrie. Es wird z.B. aus Indien massiv Soja nach Europa und Japan exportiert obwohl in Indien sehr viele Menschen verhungern.

Der damalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler fasst das in diesem Zitat zusammen:

Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.

Im krassen Gegensatz dazu steht das Zitat vom ehemaligen Nestlé Chef Peter Brabeck zum Thema Wasser:

Also Wasser ist natürlich das wichtigste Rohmaterial, das wir heute noch auf der Welt haben. Es geht darum, ob wir die normale Wasserversorgung der Bevölkerung privatisieren oder nicht. Und da gibt es zwei verschiedene Anschauungen. Die eine Anschauung, extrem würde ich sagen, wird von einigen, von den NGOs vertreten, die darauf pochen, dass Wasser zu einem öffentlichen Recht erklärt wird. Das heißt, als Mensch sollen Sie einfach das Recht haben, Wasser zu haben. Das ist die eine Extremlösung. Und die andere, die sagt, Wasser ist ein Lebensmittel; so wie jedes andere Lebensmittel sollte das einen Marktwert haben.

Der Nestlé Chef hat natürlich keine andere Wahl, der Raubtierkapitalismus erwartet hohe Renditen. Kann er diese nicht liefern, war er die längste Zeit der Chef und kann die Koffer packen.

In der Doku fehlt leider eine der schlimmsten Firmen in dem Bereich: Monsanto. Für alle, die den Namen noch nie gehört haben: Monsanto stellt 90% des gentechnisch veränderten Saatguts der Welt her. Am besten liest man alle Artikel, die bei fefe über diese Firma verlinkt sind. Einfach widerlich.

Dazu aktuell bei Telepolis : "Die Entscheidungen der Regierungen bestimmen über die Verteilung der Ressourcen"

Bei Hendrik geht's übrigens einen weiteren Blog-Eintrag zum Thema.

Nicht ganz passend, aber heute hat Total öffentlich zugegeben, das wir bald an der Spitze der Ölförderung angekommen sind. Bald wird es immer weniger Öl auf dem freien Markt geben für immer mehr Verbraucher. Eine Lösung dieses Problems ist noch nicht wirklich in Sicht :( .

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